Impfschutz bei Schwangeren

Impfschutz bei Schwangerschaft. Zur Keuchhusten-Impfung (Pertussis) wird seitens der STIKO nun allen Frauen mit Kinderwunsch sowie vor der Geburt eines Kindes allen engen Kontaktpersonen geraten. In der Schwangerschaft sollten nur unbedingt notwendige Arzneimittel verabreicht werden. Das gilt auch für Impfungen. Zum einen dürfen Impfungen weder die Schwangerschaft gefährden noch das Ungeborene schädigen, zum anderen sollen Impfungen die Schwangere vor Infektionskrankheiten bewahren. Außerdem kann der "mütterliche Nestschutz" das ungeborene und neugeborene Kind schützen: Die Mutter bildet aufgrund der Impfung oder einer durchgemachten Erkrankung Antikörper, die gegen den entsprechenden Krankheitserreger oder dessen Gift, wie etwa bei Tetanus, gerichtet sind und ihn unschädlich machen. Manche dieser Antikörper wie bei Masern, Mumps, Röteln und Tetanus können durch die Plazenta in den kindlichen Organismus gelangen und schützen bereits das ungeborene Kind dadurch mit. Dies gilt nicht für alle Infektionen: Antikörper gegen Keuchhusten werden beispielsweise nicht von der Mutter auf das Kind übertragen. Der "mütterliche Nestschutz" hält je nach Krankheitserreger verschieden lange an: Bei Masern, Mumps und Röteln wurden mütterliche Antikörper noch bis zu einem Jahr nach der Geburt im Kind nachgewiesen. Aus diesem Grund wird gegen diese Krankheiten erst relativ spät geimpft, da die Antikörper den Impfstoff sonst unwirksam machen. Gegen die meisten anderen Krankheiten, gegen die die Mutter Antikörper hat, hält der Schutz jedoch nur wenige Wochen an.
Ausdrücklich auch in den Schwangerschaft empfohlen:
Die Impfung gegen Tetanus (Wundstarrkrampf) wird für Schwangere, die keinen ausreichenden Schutz haben, ausdrücklich empfohlen. Durch die Übertragung der mütterlichen Antikörper wird auch das Neugeborene in den ersten Wochen geschützt. Sonst kann es zum -meist tödlichen-Neugeborenen-Tetanus kommen, wenn sich das Kind während der Geburt, meist am Nabel, infiziert. Dieser Wundstarrkrampf bei Säuglingen kommt bei uns nicht mehr vor, ist aber in den Ländern der Dritten Welt ein großes Problem. Immer noch sterben etwa 400.000 Säuglinge jedes Jahr daran. Ebenfalls ausdrücklich empfohlen wird eine Tollwutimpfung(auch: Rabies, Lyssa), wenn Ansteckungsgefahr besteht, da Kontakt zu einem möglicherweise tollwütigen Tier stattgefunden hat. Da Tollwut immer tödlich endet, ist bei entsprechender Exposition eine Impfung unumgänglich. Die modernen Tollwut-Impfstoffe sind gut verträglich und stellen nach bisherigem Wissen keine Gefahr für das Ungeborene dar. Weiterin empfohlen für alle Schwangeren ist die Grippeschutzimpfung.
Nur wenn es nötig ist, trotz Schwangerschaft impfen:
Eigentlich können alle Totimpfstoffe, wenn es nötig ist, gegeben werden. Das sind solche, die abgetötete Erreger oder nur Teile von ihnen enthalten. Hierzu zählen die Impfstoffe gegen Diphtherie oder Influenza. Eine Ausnahme hiervon stellt die Impfung gegen Cholera dar. Sie kann in seltenen Fällen zu Muskelkontraktionen führen, von denen auch die Gebärmutter betroffen sein kann. Dann besteht die Gefahr einer Fehlgeburt.

 

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