Gerade die Betreuung von Demenzkranken und
ihren Angehörigen stellt für die hausärztliche
Praxis eine Herausforderung dar. Verfügbare
medikamentöse und nicht-medikamentöse Be-
handlungsstrategien müssen für jeden Patienten
individuell zusammengestellt werden. Die erfor-
derlichen Beratungs-und Unterstützungsangebote
für die Patienten und ihre Angehörigen stehen
häufig nicht wohnortnah zur Verfügung. Eine enge
Zusammenarbeit mit auf Demenzerkrankungen
spezialisierten Facharztkollegen erscheint oft
sinnvoll, ist aber längst nicht immer realisierbar.
Demenzen werden aufgrund der demographi-
schen Entwicklung in den kommenden Jahren eine
zunehmende Bedeutung in der hausärztlichen
Versorgung und in der Gesellschaft erlangen.
Durch die Beteiligung an diesem Projekt können
Sie einen wichtigen Beitrag dazu leisten, wissen-
schaftlich gestützte Daten zu erheben, die Wege
zu einer optimierten, vom Hausarzt initiierten
zusätzlichen Versorgung von Patienten und ihren
Angehörigen aufzeigen. Ziel des Projektes ist es,
die Lebensqualität der Patienten zu erhöhen und einen
möglichst späten Umzug ins Pflegeheim zu erreichen. Auch die psy-
chische und physische Belastung derAngehörigen,
immer noch eine weithin zu gering beachtete
Problematik, soll durch hausärztlich vermittelte
Beratungs-und Unterstützungsangebote reduziert
werden.

Das Projekt wird sich daher umfassend mit der
Versorgung von Demenzkranken beschäftigen.
Für die Bereichedernicht-medikamentösenUnter-
stützungsangebote, wie angeleitete Angehöri-
gengruppen und zu empfehlende Beratung von
PatientenundAngehörigen,fehlenderzeit wissen-
schaftlich abgesicherte Belege der Wirksamkeit
und Effizienz. Diese sollen im Verlauf des Modell-
vorhabens erarbeitet werden.
Das Projekt steht unter der wissenschaftlichen
Leitung von PD Dr. med. Elmar Gräßel (Psychia-
trische Universitätsklinik Erlangen) sowie Prof.
Reiner Leidl (Institut für Gesundheitsökonomie
und Management im Gesundheitswesen, GSF
Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit
München) und wird im Einklang mit den Empfeh-
lungen der Arzneimittelkommission der deut-
schen Ärzteschaft und den aktuellen Leitlinien
zur Diagnose und Therapie der Demenz des Wis-
sensnetzwerkes „evidence.de“ der Universität
Witten/Herdecke durchgeführt.

 

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