DMP Koronare Herzkrankheit

Therapieplanung
Die Behandlung der koronaren Herzkrankheit richtet sich nach der Schwere der Erkrankung und den Besonderheiten des jeweiligen Patienten. Gleichzeitig vorliegende chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Fettstoffwechselstörungen müssen im Behandlungsplan berücksichtigt werden. Im Rahmen der Teilnahme am DMP-Programm KHK stimmt der Arzt die Behandlungsschritte mit Ihnen ab, klärt Sie über den Nutzen und die Risiken der einzelnen Maßnahmen auf. Der Therapieplan wird vom Arzt und Ihnen gemeinsam erstellt. Wenn die Behandlung erfolgreich sein soll, ist Ihre aktive Mitarbeit unerlässlich. Der Abbau von Risikofaktoren durch eine konsequente Änderung des Lebensstils kann Ihre krankheitsbezogene Lebensqualität verbessern – und liegt in Ihrer Hand.

Das Hauptsymptom der koronaren Herzkrankheit ist ein Engegefühl in der Brust. Die Betroffenen haben das Gefühl, dass ihnen ein Ring die Brust zusammenschnürt. Fachleute bezeichnen dieses Krankheitsbild als Angina pectoris (lat.: Brustenge). Die Beschwerden treten meist bei körperlicher Anstrengung auf. Aber auch psychische Belastung oder Kälte können die Symptome auslösen. Die Brustenge wird als Schmerz oder Brennen wahrgenommen. Gleichzeitig können Atembeklemmungen und Erstickungsängste auftreten. Alle Symptome signalisieren: Der Herzmuskel wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Wenn die Beschwerden bei fortschreitender Krankheit auch in Ruhesituationen auftreten, droht ein Herzinfarkt. Dabei kommt es zu einem vollständigen Verschluss der betroffenen Herzkranzarterie. Das nicht mehr versorgte Gewebeareal des Herzmuskels stirbt ab.

Die koronare Herzkrankheit, Angina pectoris und Herzinfarkt entwickeln sich durch ein hochkompliziertes Zusammenwirken verschiedener Risikofaktoren. Dazu zählen insbesondere: Veranlagung zu Arteriosklerose/Arterienverkalkung, Bluthochdruck (art. Hypertonie), Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus oder Fettstoffwechselstörungen, sowie Stress. Männer haben ein höheres Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden wie Frauen. Die meisten der vorgenannten Risikofaktoren sind durch eine gesundheitsbewusste Lebensweise zu beeinflussen.

Risikofaktor Bluthochdruck
Hoher Blutdruck erhöht die Belastung der Gefäßwände. Verhärtungen und Verkalkungen setzen schneller und früher ein. Das Risiko an koronarer Herzkrankheit zu erkranken steigt. Als noch normal gelten Blutdruckwerte unterhalb von 140/90 mm Hg (in Ruhe gemessen), wobei die Blutdruck-Zielwerte in Zukunft sicherlich weiter nach unten korrigiert werden. Patienten mit höheren Werten müssen in der Regel behandelt werden. Gegen Bluthochdruck können Sie selbst viel tun: Zur Basistherapie zählen salzarme Diät, Gewichtsreduktion (siehe Risikofaktor Übergewicht) und Bewegung (siehe Risikofaktor Bewegungsmangel). Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichend wirken, kann der Arzt Medikamente verordnen.

Risikofaktor Übergewicht
Bauen Sie Übergewicht ab! Dadurch können Sie Ihr Erkrankungsrisiko für Herzinfarkt und Bluthochdruck deutlich senken. Experten zufolge verringert jedes Kilogramm Gewichtsabnahme im Durchschnitt den Blutdruck um circa 2 mm Hg. Allerdings: Blitzdiäten sind ungeeignet, da sie nur kurzfristig zum Gewichtsverlust führen (Jo-Jo-Effekt). Erfolgreicher ist eine Ernährungsumstellung auf ausgewogene, fettarme Kost. Für Herzpatienten und natürlich auch alle anderen, die schlank werden wollen, eignet sich die „mediterrane Diät“ besonders gut. Sie ist einfach umzusetzen. Die Basis bilden pflanzliche Lebensmittel in Hülle und Fülle. Olivenöl ist die Hauptfettquelle. Tierische Lebensmittel werden in nur geringeren Maßen gegessen. Milchprodukte täglich in kleinen Mengen, Fisch, Geflügel und Eier einige Male pro Woche. Rotes Fleisch steht nur einige Male pro Monat auf dem Tisch.

Risikofaktor Bewegungsmangel
Bewegen Sie sich bei jeder Gelegenheit! Benutzen Sie Treppen anstelle des Liftes. Gehen Sie möglichst oft zu Fuß oder fahren Sie mit dem Fahrrad. Zusätzlicher Ausdauersport verbessert die allgemeine Belastbarkeit bei koronarer Herzkrankheit. Sportarten wie Wandern, Walking, Radfahren, Joggen oder Schwimmen sind gut geeignet. Bevor Sie mit dem Training beginnen, besprechen Sie mit Ihrem Arzt den für Sie empfehlenswerten Belastungsgrad. Wichtig ist das regelmäßige Training. 30 Minuten (z.B. ein Spaziergang) an drei Wochentagen reichen für den Einstieg. Erkundigen Sie sich auch nach speziellen Angeboten für Herzsport. In einer Gruppe von Gleichgesinnten macht Bewegung mehr Spaß. Sie werden stärker motiviert – was zu Beginn des Trainings ganz wichtig ist.

Risikofaktor Rauchen
Das Herzinfarktrisiko von Rauchern ist dreimal höher als bei Nichtrauchern. Ein bewährter Trick für den Ausstieg ist, das Unterbewusstsein zu trainieren. Wiederholen Sie Sätze wie „Ich bin Nichtraucher. Zigaretten sind mir völlig egal.“ Verbinden Sie diese Sätze mit einem angenehmen Bild (z.B. wie Sie als Nichtraucher bei strahlendem Sonnenschein auf einer grünen Wiese sitzen und tief durchatmen, ohne zu husten und alle Gerüche genießen können. Erkundigen Sie sich nach Entwöhnungskursen in Ihrer Nähe. In einer Gruppe fällt der Ausstieg häufig leichter. Nutzen Sie diese Beratungsangebote! Daneben helfen auch nikotinhaltige Medikamente aus der Apotheke. Vor deren Anwendung müssen Sie sich allerdings mit Ihrem Arzt absprechen, denn diese Medikamente können das Herz-Kreislauf-System belasten.

Risikofaktor Diabetes
Als Diabetiker sind Sie besonders gefährdet, eine koronare Herzkrankheit oder gar einen Herzinfarkt zu erleiden. Die richtige Einstellung Ihrer Blutzuckerwerte kann helfen, ein Voranschreiten der koronaren Herzkrankheit zu bremsen.

Risikofaktor Fettstoffwechselstörung
Hohe Blutfettwerte können in vielen Fällen durch den Abbau von Übergewicht und durch fettarme Ernährung reduziert werden. Stellen Sie Ihre Ernährung auf mediterrane Kost um und sorgen Sie für ausreichend Bewegung. Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, sollten Sie zusätzlich Medikamente einnehmen, die die Blutfettwerte reduzieren. Vor allem nach einem Herzinfarkt können Ihnen Cholesterinsenker, sogenannte Statine, helfen. Sprechen Sie mit ihrem Arzt, ob bei Ihnen diese Medikamentengruppe indiziert ist.

Risikofaktor Stress
Stress gehört zum Alltag. Bis zu einem gewissen Umfang ist Stress sogar gesund. Wenn aber auf Phasen der Anspannung keine Entspannung mehr erfolgt, wird es gefährlich. Sorgen Sie rechtzeitig für Ausgleich. Sport, verschiedene Entspannungstechniken (autogenes Training, Entspannungstraining nach Jacobson), klassische Musik oder Yoga können Ihnen dabei helfen.

 

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