DMP COPD

So entsteht eine COPD
Die Abkürzung COPD kommt aus dem Englischen und steht für eine chronisch atemwegsverengende (obstruktive) Lungenerkrankung. Bei dieser Erkrankung wird der Weg der Luft zu den Lungenbläschen durch eine Verengung der Bronchien behindert. Diese Verengung der Bronchien wird durch ein Anschwellen der Bronchialschleimhaut und durch eine krankhaft erhöhte Schleimproduktion verursacht. Durch eine Schädigung der Flimmerhärchen in den Bronchien kann dieser Schleim nicht mehr ausreichend abtransportiert werden. Als Folge der Atemwegsverengung werden die Lungenbläschen mit weniger Sauerstoff versorgt, als der Körper eigentlich braucht. Der gesamte Organismus ist nicht mehr voll leistungsfähig, selbst kleinste Bewegungen werden
anstrengend. Im Gegensatz zur einfachen akuten Bronchitis, die in den meisten Fällen harmlos verläuft, ist die chronisch-obstruktive Verlaufsform eine ernsthafte Erkrankung. Meist bildet sich die COPD ganz allmählich aus, weil die Patienten Symptome wie Raucherhusten und gelegentliche Atemnot nicht ernst genug nehmen und die andauernde Entzündung der Atemwege über Jahre nicht erkannt wird. Typisch für die COPD ist, dass die Verengung der Atemwege – im Gegensatz zum Asthma – nicht oder in nur sehr geringem Maße durch Medikamente wieder aufgehoben werden kann.

Unter dem Oberbegriff COPD fassen Mediziner die chronisch verengende Bronchitis und das Lungenemphysem zusammen. Unter einem Lungenemphysem versteht man eine krankhafte Überblähung der Lunge, die durch eine Schädigung an den Lungenbläschen entsteht. Die Wände der Lungenbläschen werden zerstört; es entstehen aus vielen kleinen Lungenbläschen mit großer Oberfläche einzelne große, schlaffe Blasen, die zudem auf die gesunden Lungenbläschen drücken. Die Oberfläche der Lungenbläschen, die Sauerstoff aufnehmen können, wird dadurch immer mehr reduziert. Wenn die Lungenbläschen einmal zerstört sind, können sie nicht mehr neu gebildet werden und fehlen beim Gasaustausch. Mit der zunehmenden Überblähung der Lunge kommt es zu einem Leistungsabfall des Atmungsorgans und zu einer deutlichen Minderung der körperlichen Belastbarkeit.

Abgestimmte Behandlung besonders wichtig
Bei COPD ist ein längerer Behandlungsablauf notwendig. Dazu gehören in vielen Fällen Krankenhausaufenthalte und/oder Rehabilitationsmaßnahmen. In ihrer chronischen Verlaufsform handelt es sich um eine Erkrankung, bei der ein sektorübergreifender Behandlungs- und Koordinationsbedarf besteht. Bei den chronisch-obstruktiven Atemwegserkrankungen vermag die Patientin oder der Patient durch Selbstmanagement und über eine Verhaltensänderung bei bestimmten Risikofaktoren, zum Beispiel durch Aufgabe des Rauchens, den Krankheitsverlauf erheblich zu beeinflussen.

Ursachen der Erkrankung
Bei etwa 90 Prozent der COPD-Patienten ist die Erkrankung durch das Rauchen verursacht worden. Neben dem Rauchen können die Entzündungen auch durch andere Schadstoffe hervorgerufen werden (z.B. Feinstäube, Ruß, Dämpfe oder Abgase, die sich in den Bronchien ablagern). Auch ein schweres, bzw. nur insuffizient behandeltes Asthma kann zur COPD führen. Kritisch ist insbesondere die Kombination von Asthma bronchiale und Rauchen. Nur ein sehr kleiner Teil der Erkrankungen ist auf erblich bedingte Gendefekte zurückzuführen.

COPD und Rauchen
Bei neun von zehn COPD-Patienten ist das Rauchen die Ursache für die Erkrankung. Der Zigarettenrauch enthält über 4.000 verschiedene Stoffe, von denen viele giftig sind. Diese Schadstoffe werden bei jedem Zug eingeatmet und gelangen bis in die kleinsten Verzweigungen der Lunge. Dort greifen sie die Schleimhäute an. Die so genannten Becherzellen in der Schleimhaut, die für die Produktion von Schleim verantwortlich sind, werden dazu gebracht, mehr und vor allem zäheren Schleim zu produzieren als normal. Gleichzeitig lähmen oder zerstören die Schadstoffe die so genannten Flimmerhärchen, die normalerweise Fremdkörper und Staub aus der Lunge transportieren. Beide Faktoren – vermehrte Bildung von zähem Schleim und Verklebung der Flimmerhärchen – führen dazu, dass der Motor der Bronchienreinigung stockt. Schmutz und Schadstoffe bleiben in der Lunge und blockieren die feinen Verästelungen. Durch die chronische Schwellung der Schleimhaut verringert sich der ohnehin schon enge Durchlass für die Luft noch weiter. Wenn durch anhaltendes Rauchen immer neue Schadstoffe in die Lunge gebracht werden, sind die Schäden nicht mehr rückgängig zu machen. Das Ergebnis wird als „Obstruktion“ (Verengung) der Bronchien bezeichnet. Da die Atemwege bei der Ausatmung enger sind als bei der Einatmung, entsteht ein Ventileffekt, der das Atmen immer schwerer macht.

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